Die heutige Schladitz milwa GmbH ist ein „Nachfahre“ des Handwerksbetriebs von Herrn Gottlieb Wilhelm Schladitz- einem 1818 in Bad Schmiedeberg

(Landkreis Wittenberg) geborenen Seifensieders.

Dessen Sohn, Carl Moritz Schladitz, siedelt nach Prettin über und gründete hier 1871 eine Seifensiederei. Die hergestellte Seife wurde im Landhandel und in einem eigenen Ladengeschäft verkauft.

„Die Stütze der Hausfrau Prettiner Edel-Kernseife“ ca. 1910

Bis 1939 wurden vorwiegend Kern-, Fein- und Schmierseife sowie Waschmittel gefertigt. Letzteres wurde im so genannten Tennenverfahren produziert.

Die Artikel wurden im Direktvertrieb an die Verbraucher abgegeben. Hierfür entstanden zahlreiche Filialen und Auslieferungslager u.a. in Naumburg, Braunschweig und Cottbus. Das Unternehmen firmierte damals als C.M. Schladitz & Co. und handelt mehr als 130 Artikel der Haushaltchemie, die teilweise auch selbst hergestellt wurden. 115 Vertreter kümmerten sich um den Verkauf der Produkte. Hierfür stand ein Fuhrpark mit 32 kleinen Lieferwagen und 8 mittleren LKW zur Verfügung.

Patenturkunde vom 12. Juni 1904

Nach dem 2. Weltkrieg verblieb das Unternehmen noch im Besitz der Familie Schladitz. Die Direktvermarktung wurde jedoch eingestellt.

1946 gab es 146 Beschäftigte, die z.B. im II. Quartal 200.000 Stück Kern- Seife, 500.000 Pakete Waschpulver und 800.000 Stück Fein- und Toilettenseife hergestellt haben. Hinzu kamen dann auch weitere Artikel wie das Scheuerpulver „Küchenglanz“, die Haushaltsschmierseife „Juttal“ und diverse Flüssigreiniger.

Auftragsblock aus den 1950er Jahren

Ab 01.01.1958 wurde dem damaligen Inhaber Dr. Erwin Schladitz „eine staatliche Beteiligung aufgezwungen“, so dass die Firma Schladitz als „halbstaatliches“ Unternehmen C.M. Schladitz & Co. KG weitergeführt wurde. Erreicht wurde dies durch die staatliche Sanktionierung und Beschränkung des Verkaufs von Schladitz- Seifen an die damaligen „DDR- Handelsketten“ KONSUM und HO. Ab 1958 erfolgten auch Exporte von Seifen nach Holland, England, Finnland, Belgien, West- Berlin und Singapur. In den Jahren 1960 bis 1970 erfolgte langsam aber stetig die Umprofilierung des Sortiments. Zu Gunsten der pulverförmigen Wasch- und Reinigungsmittel wurde die Fertigung von Kern-, Toiletten- und Feinseife zurückgefahren.

1972 folgte die vollständige Enteignung des Unternehmens C.M. Schladitz & Co. KG. Dieses wurde nun als VEB Waschmittelwerk Prettin weitergeführt und gehörte bis 1990 verschiedenen übergeordneten Kombinatsbetrieben an. Durch verschiedenste Investitionen wurde die Waschpulverproduktion modernisiert und erweitert.

Bauzeichnung für Umbauten aus dem
Jahr 1974

Um 1972 erreichte man so Jahreskapazitäten um 8.000 t, 1980 13.000 t und 1984 19.000 t in der Waschpulverproduktion. Die Seifenproduktion war Mitte der 1970iger Jahre eingestellt worden. Lediglich Schmierseife für die industrielle Nutzung (z.B. als Reinigungs- und Gleitmittel für die Reifenindustrie sowie Getränkeabfüllung) wurde noch bis 1990 als „Seifenprodukt“ am Ur- Stammsitz in der Hohen Strasse 7 in Prettin hergestellt.

Mit der politischen und wirtschaftlichen Wende in der DDR erfolgte ab 1990 die Loslösung des VEB Waschmittelwerks aus dem Agrochemischen Kombinat Piesteritz (Landkreis Wittenberg). Das Unternehmen wurde fortfolgend 1991 aus der Treuhand an die Familie Schladitz zurück übertragen.

Heute stellt die Schladitz milwa GmbH ausschließlich pulverförmige Wasch- und Reinigungsmittel her und kann diese flexibel konfektionieren.

Als Familienunternehmen kann sie dabei nunmehr eine 150jährige Tradition als Hersteller von Produkten der Haushaltchemie vorweisen.